Kennst du das? Du gehst abends durchs Wohnzimmer, machst das Licht aus, und trotzdem leuchtet es überall. Ein rotes Pünktchen am Fernseher. Ein blaues am Router. Die Mikrowelle zeigt stolz die Uhrzeit an, obwohl niemand sie je gefragt hat. Du hast einen Mitbewohner, den du nie eingeladen hast – und der zahlt keine Miete, isst dir nichts aus dem Kühlschrank weg, aber er nagt trotzdem an deinem Konto. Jeden Tag, rund um die Uhr, auch wenn du im Urlaub bist. Das ist der Stand-by-Verbrauch, und in vielen deutschen Haushalten ist er 2026 immer noch der unauffälligste Kostenpunkt auf der Stromrechnung.

Kurz gesagt

  • Stand-by-Geräte verursachen im Schnitt 100 bis 130 Euro Mehrkosten pro Haushalt und Jahr – unbemerkt und ohne jeden Nutzen.
  • Die größten Übeltäter sind oft nicht die, die du vermutest: Router, TV-Receiver, Spielkonsolen und alte Ladegeräte laufen fast nie wirklich aus.
  • Mit Steckerleisten, smarten Steckdosen und einem Tarifvergleich holst du dir das Geld zurück, ohne auf Komfort zu verzichten.

Der Mitbewohner, der nie schläft

Stell dir vor, du hättest einen echten Mitbewohner, der nie das Licht ausmacht, ständig die Heizung laufen lässt und dir am Monatsende trotzdem nie einen Cent gibt. Würdest du das durchgehen lassen? Wahrscheinlich nicht lange. Genau das aber passiert in fast jedem Haushalt, nur eben unsichtbar. Der durchschnittliche Stand-by-Verbrauch in einem deutschen Zwei-Personen-Haushalt liegt bei etwa 200 bis 300 Kilowattstunden im Jahr. Bei aktuellen Strompreisen von rund 32 bis 35 Cent pro Kilowattstunde macht das schnell 70 bis über 100 Euro – nur für Geräte, die eigentlich aus sein sollten.

Das Tückische daran: Es fühlt sich nach nichts an. Niemand merkt, wie sich ein rotes Standby-Lämpchen anfühlt, wenn es Geld kostet. Es ist leise, unsichtbar, gewohnt. Und genau deshalb bleibt es meistens jahrelang unangetastet.

Wer sind die größten Stromfresser im Haushalt?

Nicht jedes Gerät ist gleich schlimm. Manche ziehen im Stand-by fast nichts, andere sind heimliche Vielfraße. Hier die typischen Kandidaten, die in fast jedem Wohnzimmer stehen:

  • TV-Receiver und Set-Top-Boxen: oft 8 bis 15 Watt im Dauerbetrieb, weil sie ständig Programmdaten aktualisieren wollen.
  • Router und Repeater: laufen 24/7, das ist meistens auch nötig – aber ältere Modelle ziehen deutlich mehr als neue.
  • Spielkonsolen im Ruhemodus: gerade neuere Konsolen können im "Schnellstart"-Modus mehr verbrauchen, als man denkt.
  • Ladegeräte, die eingesteckt bleiben: ziehen zwar wenig einzeln, aber in der Masse über Jahre spürbar.
  • Mikrowelle, Waschmaschine, Kaffeemaschine mit Digitaluhr: kleine Displays, die ununterbrochen laufen.

Ein einzelner alter TV-Receiver im Dauer-Stand-by kann dich bis zu 25 Euro im Jahr kosten. Multipliziert mit Router, Konsole und drei Ladegeräten kommt schnell eine Summe zusammen, für die du woanders eine ganze Woche Netflix-Abo bekommst.

Warum wir den Mitbewohner so lange dulden

Ehrlich gesagt: Es ist Bequemlichkeit. Und die ist völlig menschlich. Wer will schon jeden Abend hinter den Fernseher krabbeln, um ihn richtig auszuschalten? Wer zieht schon das Ladegerät aus der Steckdose, nur weil es gerade nicht am Handy hängt? Genau hier liegt der Denkfehler: Wir behandeln Stand-by-Verbrauch als Kleinigkeit, weil jedes einzelne Gerät für sich genommen wirklich wenig zieht. Das Problem ist die Summe. Ein Haushalt hat heute im Schnitt 15 bis 20 Geräte, die dauerhaft am Netz hängen. Das ist wie 20 kleine Mitbewohner, die alle ein bisschen was aus dem Kühlschrank nehmen – am Ende ist der Kühlschrank trotzdem leer.

So wirst du den Mitbewohner los, ohne Komfort zu verlieren

Die gute Nachricht: Du musst nicht asketisch werden oder jeden Abend Kabel ziehen. Es gibt einfache, fast unsichtbare Lösungen:

  • Schaltbare Steckerleisten: Für rund 15 bis 25 Euro bekommst du Leisten, die per Kippschalter mehrere Geräte auf einmal komplett vom Netz trennen. Ideal für den Fernseh-Ecke-Komplex aus TV, Receiver, Soundbar und Konsole.
  • Smarte Steckdosen mit App-Steuerung: Praktisch, wenn du morgens vergisst, etwas auszuschalten – per Handy erledigt in Sekunden.
  • Zeitschaltuhren für Ladegeräte und Küchengeräte: schalten sich nachts automatisch ab, wenn ohnehin niemand sie braucht.
  • Router-Nachtschaltung: Viele Fritzboxen erlauben eine WLAN-Zeitsteuerung – kostet nichts, spart trotzdem.

Wenn du das einmal einrichtest, läuft es von selbst. Kein täglicher Aufwand, keine Erinnerung nötig – der Mitbewohner zieht einfach automatisch aus.

Der zweite Hebel: Nicht nur weniger verbrauchen, sondern günstiger bezahlen

Stand-by-Verbrauch zu senken ist wichtig, aber es ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte: Der Preis pro Kilowattstunde selbst. Viele zahlen 2026 immer noch einen alten Grundversorgungstarif, der deutlich über dem liegt, was am Markt möglich wäre. Das ist, als würdest du zwar den Mitbewohner rauswerfen, aber trotzdem die überteuerte Miete für die ganze Wohnung weiterzahlen. Ein Blick lohnt sich – gerade wenn du seit Jahren nicht gewechselt hast.

Ein Tarifwechsel kann oft 150 bis 300 Euro im Jahr sparen – deutlich mehr, als du allein durchs Stand-by-Abschalten je erreichen würdest. Kombiniert ist das ein spürbarer Unterschied auf der Jahresabrechnung.

Auf lumis-energie.de kannst du in wenigen Minuten Tarife vergleichen und siehst sofort, ob bei dir noch Luft nach oben ist. Kein Papierkram, keine Warteschleife – einfach durchklicken und schauen, was für deinen Verbrauch passt.

Ein realistischer Blick auf die Zahlen

Nehmen wir einen typischen Drei-Personen-Haushalt: Fernseher mit Receiver, Router, zwei Spielkonsolen, drei Handyladegeräte, eine Mikrowelle mit Uhr. Realistisch geschätzt kommen da 250 bis 350 kWh Stand-by-Verbrauch im Jahr zusammen. Bei 34 Cent pro kWh sind das 85 bis 120 Euro – für Geräte, die in dem Moment nichts tun außer leuchten oder warten. Rechnest du dazu noch einen möglichen Tarifwechsel, der 200 Euro spart, kommst du locker auf 300 bis 320 Euro Ersparnis im Jahr. Das ist kein Klein-Klein mehr, das ist ein Wochenendtrip oder ein ordentlicher Teil der nächsten Nebenkostenabrechnung.

Fazit

Der ungebetene Mitbewohner in deiner Wohnung ist real, auch wenn du ihn nie gesehen hast. Er versteckt sich hinter roten LEDs, in Ladegeräten und in Displays, die niemand braucht. Die Lösung ist unkompliziert: ein paar schaltbare Steckdosen, eine Zeitschaltuhr, und schon zieht er aus. Und wenn du schon dabei bist, aufzuräumen, wirf auch gleich einen Blick auf deinen Stromtarif. Zwischen weniger Verbrauch und einem besseren Preis liegt oft ein dreistelliger Betrag, den du dir jedes Jahr aufs Neue schenken kannst.

Häufige Fragen

Je nach Haushaltsgröße und Geräteanzahl liegen die Mehrkosten meist zwischen 70 und 150 Euro im Jahr. Bei besonders vielen Geräten oder älteren Modellen kann es auch mehr sein, weil ältere Elektronik im Stand-by oft ineffizienter arbeitet als moderne Geräte.
Am meisten bringt es bei TV-Receivern, Spielkonsolen im Ruhemodus und Geräten mit externen Netzteilen, die dauerhaft warm bleiben. Der Router sollte laufen, kann aber nachts per Zeitschaltuhr pausieren, wenn du kein Smart-Home-System hast, das darauf angewiesen ist.
Ja, meistens hat sie sich nach wenigen Monaten amortisiert. Für 15 bis 25 Euro Anschaffung sparst du bei mehreren angeschlossenen Geräten schnell 20 bis 40 Euro im Jahr – und danach ist es reiner Gewinn, ganz ohne weiteren Aufwand.