Kennst du das? Du tippst "Energiepreisbremse" in die Suche, weil du dich dunkel erinnerst, dass der Staat mal bei Strom und Gas geholfen hat – und dann stehst du vor einem Wust aus alten Artikeln, halben Wahrheiten und Jahreszahlen, die längst nicht mehr stimmen. Die schlechte Nachricht zuerst: Die Energiepreisbremse, wie sie 2023 eingeführt wurde, gibt es nicht mehr. Die gute Nachricht: Sie wurde durch andere Entlastungen ersetzt, und wenn du weißt, wo du gerade stehst, kannst du 2026 trotzdem ordentlich sparen – nur eben anders als gedacht.
Kurz gesagt
- Die Strom-, Gas- und Wärmepreisbremse aus der Energiekrise ist seit dem 1. Januar 2024 komplett Geschichte – es gibt keine gesetzliche Preisdeckelung mehr.
- Seit dem 1. Januar 2026 entlasten stattdessen der Wegfall der Gasspeicherumlage und ein Bundeszuschuss zu den Netzentgelten Privathaushalte – macht laut Regierung bis zu 160 Euro pro Jahr.
- Diese Entlastungen wirken automatisch über die Rechnung, ersetzen aber keinen Tarifvergleich – wer nie gewechselt hat, zahlt in der Grundversorgung trotzdem deutlich drauf.
Die alte Energiepreisbremse: Warum du sie nicht mehr findest
Erinnerst du dich an den "Doppel-Wumms"? 200 Milliarden Euro, die der Staat 2022 mobilisierte, um Strom-, Gas- und Wärmepreise zu deckeln. Die Gas- und Wärmepreisbremse garantierte einen Gaspreis von zwölf Cent pro Kilowattstunde und einen Fernwärmepreis von 9,5 Cent pro Kilowattstunde für jeweils 80 Prozent des Verbrauchs, die Strompreisbremse garantierte einen Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde für jeweils 80 Prozent des Verbrauchs. Das war ein Rettungsschirm für den Notfall – kein Dauerzustand.
Und genau deshalb ist er auch weg. Das Bundesverfassungsgericht hat im November 2023 dem Bund einen Strich durch die Rechnung gemacht: Das Gericht erklärte den Klima- und Transformationsfonds für verfassungswidrig, weil die Umwidmung ursprünglich für Corona gedachter Kredite die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse umging. Die Folge: Seit dem 1. Januar 2024 gibt es keine Strom-, Gas- und Wärmepreisbremsen mehr. Wer also aktuell danach sucht – die Antwort ist eindeutig: Sie greift nicht mehr, und das schon seit über zwei Jahren.
Was heute stattdessen für dich gilt
Statt einer Preisbremse gibt es jetzt Entlastungen an anderer Stelle, unauffälliger, aber real. Zum Jahreswechsel 2025/2026 hat die Bundesregierung gleich mehrere Maßnahmen auf den Weg gebracht, die direkt bei dir auf der Rechnung ankommen sollen.
Erstens die Gasspeicherumlage: Sie entfällt ab dem 1. Januar 2026 komplett. Das klingt nach Kleinkram, macht aber real Geld aus. Bei einem Haushalt mit Gasheizung und einem Verbrauch von 20.000 kWh im Jahr ergibt sich eine Entlastung von knapp 58 Euro. Zweitens die Netzentgelte beim Strom: Mit 6,5 Milliarden Euro Bundeszuschuss sinken die Strom-Netzentgelte 2026 für alle Verbraucherinnen und Verbraucher. In Summe rechnet der Bund vor: Insgesamt werden Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen – zusammen mit der Abschaffung der Gasspeicherumlage – im nächsten Jahr um etwa 10 Milliarden Euro entlastet.
Bis zu 160 Euro pro Jahr. Private Haushalte können durch den Wegfall der Gasspeicherumlage und niedrigere Netzentgelte im Schnitt bis zu 160 Euro im Jahr sparen – bei einem Jahresverbrauch von rund 20.000 kWh Gas.
Wichtig zu wissen, damit du nicht enttäuscht wirst: Eine generelle Stromsteuersenkung für Privathaushalte gibt es nicht. Die ursprünglich angekündigte Senkung der Stromsteuer kommt nicht – zumindest nicht für dich als Privatkunde. Von der dauerhaften Stromsteuersenkung profitieren rund 600.000 produzierende Unternehmen sowie Land- und Forstwirte, nicht der Haushalt am Küchentisch.
Der Haken: Die Entlastung kommt nicht automatisch bei dir an
Hier wird's spannend – und ein bisschen ärgerlich. Die Netzentgelte sind nur ein Kostenblock unter mehreren auf deiner Rechnung. Und: Stromlieferanten sind rechtlich nicht verpflichtet, gesunkene Netzentgelte in bestehenden Tarifen weiterzugeben. Das heißt konkret: Dein Versorger kann die Entlastung einstreichen, während er dir woanders die Preise erhöht – und das ist völlig legal.
Beim Gas kommt noch etwas dazu, das die gute Nachricht relativiert. Während die Gasspeicherumlage wegfällt, ziehen vielerorts die Gasnetzentgelte an. Bei den Gasnetzentgelten wird's 2026 fast überall teurer, laut ene't im Schnitt um 0,34 ct/kWh brutto. Viele Netzbetreiber heben gleichzeitig die Gasnetzentgelte an, sodass der Nettoeffekt auf die Endkundenpreise unterschiedlich ausfallen kann. Sprich: Der Staat gibt mit der einen Hand, das Netz nimmt mit der anderen. Was am Ende bei dir ankommt, hängt stark von deinem Anbieter und deiner Region ab – und genau deshalb lohnt sich jetzt ein Blick auf deinen Vertrag.
Warten, bis die Entlastung "irgendwie" bei dir ankommt? Lieber nicht. Wir checken kostenlos, ob dein aktueller Tarif die gesunkenen Netzentgelte überhaupt weitergibt – und kümmern uns jedes Jahr automatisch darum, dass du nicht in der teuren Grundversorgung hängen bleibst.
Ersparnis in 2 Minuten prüfenWas du selbst tun kannst – ohne Bremse vom Staat
Ohne staatliche Preisbremse liegt es wieder an dir, den Preis zu drücken. Und der Unterschied zwischen "hab ich nie angeschaut" und "hab ich verglichen" ist 2026 größer, als du denkst. Die Zahlen sprechen für sich: Wer nie den Anbieter gewechselt hat, landet in der Grundversorgung bei 42,8 ct/kWh Strom, dem teuersten Tarif, Neukunden zahlen mit 23,9 ct fast 19 Cent weniger. Bei einem Durchschnittshaushalt macht das schnell mehrere hundert Euro im Jahr aus – ein Wechsel spart bei 3.500 kWh mehrere hundert Euro pro Jahr.
Auch beim Gas ist die Spanne enorm: Der Gaspreis liegt 2026 in der Grundversorgung bei 13,6 ct/kWh, für Bestandskunden bei 11,6 ct und für Neukunden bei 9,1 ct je Kilowattstunde – deutlich unter den Krisenwerten von 2022/23. Wer also seit Jahren im selben Vertrag hängt, zahlt oft mehr, als er müsste – ganz ohne Not, ganz ohne Krise. Ein kurzer Tarifvergleich zeigt in wenigen Minuten, ob dein Preis noch zeitgemäß ist.
Ein weiterer Punkt, den viele übersehen: Auch die politische Diskussion um eine neue Art Preisbremse ist nicht vom Tisch. In Nachbarländern wird bereits an "Krisenmechanismen" gearbeitet, die im Ernstfall greifen sollen – ein automatischer Sicherheitsschalter, der nur bei extremen Preissprüngen aktiviert wird, aber eben kein Dauertarif ist. Für Deutschland gilt aktuell: Es gibt kein vergleichbares Gesetz, das bei steigenden Preisen automatisch eingreift. Umso wichtiger, selbst wachsam zu bleiben, statt auf staatliche Rettung zu hoffen.
Fazit
Die Energiepreisbremse ist Geschichte, und das ist eigentlich eine gute Nachricht: Sie war eine Notlösung für eine Ausnahmesituation, keine dauerhafte Institution. Was heute zählt, sind die neuen Entlastungen ab 2026 – Wegfall der Gasspeicherumlage, niedrigere Netzentgelte, Milliarden vom Bund. Sie helfen, aber sie ersetzen keinen eigenen Blick auf deine Rechnung. Wer 2026 wirklich sparen will, muss selbst aktiv werden. Zum Glück dauert das heute nur noch ein paar Klicks.



